Palliativpatienten
- sind Patienten mit nicht heilbarer, progredienter, weit fortgeschrittener Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung
- cave: auch Palliativpatienten können akute, aber behandelbare Notfälle erleiden
Einteilung der letzten Lebensphase:
- Rehabilitationsphase
- Dauer: mehrere Monate bis Jahre
- Teilnahme am gesellschaftlichen Leben
- Präterminalphase
- Dauer: Wochen bis Monate
- suffiziente Schmerztherapie und verstärkte Symptomkontrolle möglich
- Terminalphase
- Dauer: wenige Tage bis Wochen
- meist bettlägrig
- Finalphase
- Dauer: wenige Stunden
- im Sterben liegen
typische palliativmedizinische Notfäll
- Schmerzkrise
- bei Opioid-Dauertherapie: 1/6 der Äquivalenzdosis in nicht-retardierter Form
- Morphin
- bei Opioidnativen:
- 2,5-5mg p.o. alle 4h
- 1-2,5mg s.c. alle 4h
- bei Opioidnativen:
- ggf. zusätzlich Benodiazepine
- akute Luftnot
- kausale Therapie (bsp. diuretisch, antiobstuktiv)
- ebenso Morphin/Benzodizapine
- bei Todesrasseln (Sekret im Oropharynx) nicht mit Absaugen belasten
- ggf. Atropin 0,5mg i.v./s.c.
- starke Blutung
- Adrenalin od. Tranexamtupfer auflegen
- ggf. Hämostyptika
- bei finaler Blutung --> palliative Sedierung (Definiert als der überwachte Einsatz von Medikamenten mit dem Ziel einer verminderten oder aufgehobenen Bewusstseinslage (Bewusstlosigkeit), um die Symptomlast in anderweitig therapierefraktären Situationen in einer für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter ethisch akzeptablen Weise zu reduzieren.)
- drohender/eingetretener Kreislaufstillstand
- bis Patientenwille klar ist --> maximale Therapie
- Chemotherapeutika-induzierte Übelkeit und Erbrechen
- Ondansetron 4-8mg i.v.
- plus Dexamethason 4-8mg i.v.
- Angst
- Midazolamm 1–5 mg s.c. (off label) alle 4h od. i.v.
- oder Lorazepam 0,5–2,5 mg p.o od. s. l. alle 6-8h
wichtige Kontaktdaten:
- SAPV-Team (spezialisierte ambulante Palliativversorgung)
- Hospiz-Dienste
- Seelsorge
- Kindernotdienst
- Kurzzeitpflege für hilfsbedürftige Angehörige
