Schwangerschaftserkrankungen

  • Vena-cava-Kompressionssyndrom
  • Präeklampsie
  • Eklampsie
  • HELLP-Syndrom

Vena-cava-Kompressionssyndrom

ist die Kompression der V. cava inferior und der Beckenvenen in der Schwangerschaft.

Ursache: 

  • Rückenlage der Mutter im 3. Trimenon 

Pathophysiologie: 

  • gestörter venöser Rückfluss zum Herzen → sinkendes HMV → fetale Hypoxie

Symptome: 

  • Tachykardie
  • Schwindel
  • Übelkeit 
  • gelegentliche Synkope 

Maßnahmen: 

  • Umlagerung in Linksseitenlage + ggf. Beine hochlagern

 

Präeklampsie

ist eine hypertensive Erkrankung in der Schwangerschaft. Präeklampsie tritt bei 2-5% aller Schwangerschaften auf.

Definition: 

  • Hypertonie mit  ≥ 140/90mmHg 
  • und zusätzlich mindestens eine erstmalig aufgetretene Organmanifestation
    • neurologische Störung (Kopfschmerzen, visuelle Beeinträchtigung, Übelkeit/Erbrechen (als Folge eines Hirnödems)
    • Leberfunktionsstörung (Oberbauchschmerzen, Transaminasen-Anstieg
    • hämatologische Alterationen (Thrombozytopenie + Hämolysezeichen)
    • Nierenfunktionsstörung (Proteinurie, Ödeme, Oligurie, Kreatinin-Anstieg)
    • respiratorische Störung (Dyspnoe, Lungenödem)

Therapie: 

  • Blutdrucksenkung mit Urapidil 5-10mg i.v. (kann laut Embryotox angewendet werden, im 1. Trimenon sollten jedoch Ultraschalluntersuchungen angeboten werden)
  • ggf. Dihydralazin 5mg i.v. (über 2min)
  • bei Lungenödem: Furosemid 10-20mg als Bolus über 2 min (cave: wird generell in der Schwangerschaft nicht empfohlen)

Prophylaxe beim Auftreten von Prodromi: 

  • Magnesiumsulfat 4-6g i.v. (in 50mL) über 15-20 Minuten (membranstabilisierend und erhöht die Krampfschwelle)

Komplikation: 

  • Eklampsie
  • HELLP-Syndrom (10-20% aller Frauen mit Präeklampsie)

Differentialdiagnosen: 

  • Thrombozytopenie, Anämie od. Nierenversagen
  • HELLP 
  • Virushepatitis 
  • Mirrow-Syndrom (Kind hat Hydrops fetalis, Mutter spiegelt die Symptome)

Eklampsie

beschreibt generalisierte tonisch-klonische epileptische Anfälle die im Rahmen einer Schwangerschaft auftreten (bei ca. 0,1% aller Geburten und bei bis zu 3% aller Präeklampsien). 

Prodromi: 

  • persistierende Kopfschmerzen und Sehstörungen 
  • Übelkeit und Erbrechen 
  • Hyperreflexie 

Diagnostik: 

  • Blutdruckmessung (Hypertonie)
  • neurologische Untersuchung (Hyperreflexie)

Therapie: 

  • siehe Status epilepticus
  • Entbindung (meist durch Sectio caesare) nach Stabilisierung 

Prophylaxe beim Auftreten von Prodromi: 

  • Magnesiumsulfat 4-6g i.v. (in 50mL) über 15-20 Minuten 

 

HELLP-Syndrom

bezeichnet einen lebensbedrohlichen Zustand in der Schwangerschaft, der bei ca. 0,1-0,5% aller Geburten und bei 10-20% aller Patientinnen mit Präeklampsie auftritt. 

  • Haemolysis (Haptoglobin, LDH, indirektes Bilirubin)
  • Elevated Liver Enzyme (AST/ALT)
  • Low Platelet Count (Thrombozyten <100.000)

Pathophysiologie: 

  • ungeklärt (ggf. gestörte Invasion der Trophoblasten)
  • Verlegung der peripheren Lungenstrombahn → Rechtsherzbelastung → Volumenrückstau in die Leber → hypoxische Leberzellschädigung
  • Antikörper-Antigen-Reaktion → DIC

Symptome: 

  • 90% rechtsseitige Oberbauchschmerzen od. epigastrische/retrosternale Schmerzen (Leberkapseldehnungsschmerz)
  • 90% Kopfschmerzen und Augenflimmern
  • 50% Hypertonie 
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Sehstörungen
  • Ikterus 
  • auch postpartal möglich (30%)

Therapie: 

  • keine spezifische notfallmedizinische Therapie

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