Spinalanästhesie
Zu durchstechende Strukturen:
- Haut und subkutanes Fettgewebe
- Lig. supraspinale
- Lig. interspinale
- Lig. flavum
- Peri- bzw. Epiduralraum (--> Periduralanästhesie)
- Dura mater
- Arachnoidea mater
- Subarachnoidalraum (--> Spinalanästhesie)
Wirkort:
- Spinalnervenwurzeln (somatisch und autonome Nervenfasern)
Durchführung:
- Basismonitoring + i.v. Zugang
Punktionsstellen:
- L3/4
- L4/5
- L5/S1
Landmarken:
- Crista iliaca = LWK 4
Vorgehen:
- Patient am besten sitzend lagern
- Lokalanästhesie im Sinne einer Hautquaddel + Richtung Spinalkanal mit bsp. 3-5ml Mepivacain 1%
- Einbringen der Führungskanüle (= Leitstruktur für dünnere Spinalkanüle)
- Einbringen der Spinalkanüle (25G Sprotte) in die Führungskanüle bis Punktion der Dura mit spürbarem Klick nach ca. 3-6cm, dann ca. 1-3mm weiter vorschieben um sicher intrathekal und nicht genau in der Dura zu sein
- Entfernung Mandrin mit sichtbarem Liquorrückfluss
- Komplikation "Blutrückfluss", dann ABwarten ob austretender Liquor aufklar, wenn nicht, dann Abbruch und Versuch auf neuer Ebene
- Aufsetzen der Spritze mit Lokalanästhetikum
- Aspiration mit Schlierenbildung in der Spritze
- intrathekale Gabe von 2-3ml Carbostesin (= Bupivacain) 0,5% hyperbar
- 1,6m ➞ 2,6ml
- 1,7m ➞ 2,7ml
- 1,8m ➞ 2,8ml
- (ggf. Takipril 2% [= Prilocain] bei kurzen Eingriffen)
- Herausziehen der Spinalkanüle und Herausziehen der Führungskanüle
- Pflaster kleben
- Patient relativ zügig flach lagern mit leichter Oberkörperhochlagerung
- Einwirkzeit ca. 15 Minuten
- regelmäßiges Prüfen der Ausbreitung ("Höhe") der Spinalanästhesie mit Desinfektionsmittel (kalt/nass)
Dokumentation:
- "Desinfektion und Punktion nach Klinikstandard in sitzender Lagerung mit einer komplikationslosen Punktion auf Höhe L4/5 unter Injektion von 2,6ml Carbostesin 0,5% hyperbar nach Rückfluss von Liquor und Aspiration."
